Damit wir diesen scheinbaren Widerspruch
auflösen, ist folgende Analogie sehr geeignet:
Der UrSprungLich(t)e Geist, der auch als Gott,
UrGrund, UrQuelle und Ziel allen Seins, Schöpfer
oder absolutes Individuum angenommen werden
kann, ist sich selbst bewusst. Hier wird er
symbolisch mit einer ruhenden Wasseroberfläche
verglichen. Es gibt weder Zeit noch Raum und es ist
einfaches Sein, sein Sein und BewusstSein.
Gott ist sich bewusst, dass er eine Einheit
ist und er hat bestimmte Eigenschaften.
Er kann z. B. Wellen machen - Schöpfungen
hervorbringen. Mit den Schöpfungen ergeben
sich Dinge wie Raum, Zeit und Schwingungen.
Als einzelner Geist erschafft Gott
alle möglichen Wellenmuster und gewinnt
daraus Erfahrungen und Erkenntnisse.
Die Wellenberge und -täler sind
AusdrucksFormen, die aus dieser Einheit
heraus entstehen. Die Einheit geht
jedoch nie verloren, denn sie ist die
absolute und ewige Realität.
Gott kann sich innerhalb dieser Einheit
in allen möglichen Formen, Mustern und
Schwingungen erleben und erfahren.
Gott beinhaltet alle denkbaren Aspekte.
Er ist allwissend, allmächtig, vollkommen uvm.
Der Aspekt der Vollkommenheit beeinhaltet
auch, dass Gott etwas fehlt. Er kann sich
AllEin nicht getrennt von sich selbst
wahrnehmen. Damit ein Wesen wissen
kann, was es ist, möchte es auch
erfahren, was es nicht ist.
Damit Gott dies erfahren kann, bringt
er folgende Schöpfung hervor:
Gott teilt die Einheit (Wasseroberfläche)
in mehrere Bereiche auf und gibt diesen
Bereichen bestimmte Freiheiten (freier Wille),
eine Individualität und einen Teil seiner Energie.
Ein geschaffenes Wesen ist wie ein Teil des
Ganzen, der im Ganzen eingebunden ist.
So ein TeilBereich könnte als Seele
verstanden werden, die Seele im großen See.
Die Seelen sind als Erweiterungen (der
spirituellen Energie) Gottes geschaffen
und deshalb sind sie auch ewig - sie sind
immer mit Gott verbunden - wie der Teil
des Teils der Anfangs schon war
und auch immer sein wird.
Der UrSprungLich(t)e Geist ist absolut,
die geschaffenen Wesen sind immer relativ.
Ein geschaffenes Wesen ist ein begrenzter
Bereich innerhalb der Einheit. Jedes dieser
relativen Individuen hat potentiell und
qualitativ die gleichen Eigenschaften wie der
ursprüngliche Geist (das absolute Individuum).
Jedoch ist ein erschaffenes Wesen immer
abhängig und in der Quantität
viel geringer als Gott.
qualitativ, Qualität - Beschaffenheit,
Merkmal, Eigenschaft, Zustand
quantitativ, Quantität - Menge,
Anzahl, Häufigkeit
Ein erschaffenes Wesen kann mit seiner
BewusstseinsFokusRichtung die
gottgegebene Energie in einem
bestimmten Bereich lenken.
Dafür hat es die volle
EigenVerantwortung.
In Wirklichkeit sind nicht
die Wesen die Handelnden, sondern Gott.
Die Wesen denken und Gott lenkt nach
bestimmten LebensGesetzen.
Wenn sich ein Individuum in den
Schöpfungsplan einfügt, dann ist
folgendes weises BewusstSein die Folge
(Individuum = unteilbares, ungeteiltes Sein):
Das geschaffene Wesen erkennt sich als
ein Teil der Schöpfung und handelt gemäß dem
göttlichen Willen. In unserem Beispiel geht
das Wesen dann mit den göttlichen Wellen
und verursacht keine störenden, egoistischen
Wellen. In diesem EinsSein erfüllt das
Wesen die vorgesehene Aufgabe im
Schöpfungsplan und ist sich bewusst, dass
es ewig, glückseelig und in sich erfüllt ist.
In diesem BewusstSein erlebt das geschaffene
Wesen die qualitative Einheit und ist
sich dennoch der quantitativen
Verschiedenheit bewusst.
Dies hat Jesus mit folgendem
Satz beschrieben:
Ich und der Vater sind eins.
Johannes 10,30
Er sagt nicht: Ich bin der Vater!
Denn dann würde er sich selbst zum Gott erheben.
Wenn sich ein geschaffenes Wesen nicht in den
Schöpfungsplan einfügt, weil es sich im Übermaß
mit den eigenen Energien und Schöpfungen
(Wellenmustern) identifiziert, dann fällt
es aus der göttlichen Ordnung in die Illusion
der materiellen Welt. In diesem ZuStand ist
zwar die Einheit immer noch vorhanden, jedoch
wird sie vom Wesen nicht mehr als solche erkannt.
Das Wort ZuStand gibt uns das Bild, dass
etwas zu ist und fest steht.
Egal wie sehr wir uns im Bewusstsein von
Gott abwenden, in Realität sind wir immer mit
ihm verbunden. Wir sind immer das Individuum, das
ungeteilte Sein, der Teil des Ganzen, der im
Ganzen eingebunden ist. Wir sind auch immer von
den Energien Gottes abhängig. Selbst wenn wir
als Tropfen die Einheit komplett verlassen
könnten (siehe Bild), wäre dies nur
vorübergehend möglich. Das ist aber gar
nicht möglich, da die Einheit sich nicht
aufspalten lässt. In-dividuum bedeutet ja
gerade un-teilbar. In Realität, also aus
Sicht des absoluten Individuums, sind wir
immer Eins. Die Trennung gehört zur Illusion
und ist nur eine Art der Wahrnehmung, die
wir als geschaffene Wesen selbst gewählt haben.
Es ist leicht möglich, dass geschaffene Wesen
in die Illusion fallen, weil sie z. B. nicht
allmächtig und allwissend sind, wie das absolute
Wesen. Wenn wir dann gefallen sind, sind wir auch
noch sehr begrenzt. Unser Bewusstsein ist dann
sehr stark eingeschränkt und wir können nur
noch TeilAspekte der Realität wahrnehmen.
Im Zustand der Illusion erkennen wir die
Einheit nicht. Wir erkennen auch nicht, dass
alle anderen Wesen ebenfalls in dieser Einheit
eingebunden sind. Wir identifizieren uns mit
unseren eigenen Schöpfungen (Wellen) und
betrachten andere Wesen (Bereiche innerhalb
der gleichen Wasseroberfläche) als von
uns getrennt (als Freunde, neutral, oder
sogar als Feinde). Das ist oben im Bild
mit dem Wabengitter farbig dargestellt.
Wir entscheiden selbst, ob wir uns in die
göttliche Ordnung einreihen oder aus irgend
welchen Gründen andere Farben und Formen
annehmen. Durch dieses Spiel, in das wir
uns frei-willig begeben, erfährt Gott auch,
was er nicht ist. Denn er ist immer mit den
erschaffenen Wesen verbunden und macht alle
Erfahrungen mit ihnen. Wir sitzen bildlich
gesprochen mit unserem Bewusstsein auf dem
Wellenberg oder im Wellental und urteilen
über die anderen, die sich in einem anderen
ZuStand befinden. Dabei sind das alles nur
vergängliche Erscheinungen der Illusion.
Je mehr wir uns von Gott, dem Absoluten,
der Liebe, dem Licht, der Einheit
abgrenzen, desto weniger Energie
erhalten wir aus der UrQuelle des Seins.
Dadurch bringen wir uns in einen
Energiemangel, der dann oft erzwingt,
dass wir uns Energie von anderen Wesen
stehlen. Durch dieses Spiel fallen wir
dann immer weiter in die Illusion und
erschaffen uns durch das Prinzip von
Ursache und Wirkung unsere relative
Realität. Das ist oft mit viel Leid
verbunden und kann sich bis ins
Extreme steigern.
In der materiellen Welt
gibt es unterschiedliche
Erscheinungsformen, die
alle unendlich wandelbar
und vergänglich sind.
Benachbarte Wasserbereiche
beeinflussen sich auch immer
gegenseitig. Allein aus dem
Grund, dass wir uns in
diesem Spiel befinden,
kann es passieren, dass
ein anderer Energie von
uns haben möchte. Wenn
wir uns dann durch
gott-abgewandtes
VerHalten/ReaGieren
hinein ziehen lassen,
dann verstricken wir uns
immer mehr in die Illusion
der materiellen Welt.
Es kommt zu schmerzvollen
Wechselwirkungen und
Erfahrungen, die gar
nicht notwendig
wären, wenn wir im
Bewusstsein der Einheit
bleiben würden.
Damit das Spiel der Illusion
wieder verlassen werden kann, müssen
wir die Einheit erkennen und wieder
in das ursprüngliche BewusstSein
eingehen, das Gott für uns vorgesehen
hat. Wir müssen wieder erkennen, wer
wir wirklich sind.
Es gibt kein Patentrezept für
einen Weg dahin. Jeder sollte hier
seinen individuellen Weg finden.
In jedem Fall wird es helfen, wenn
wir bei unseren Handlungen das
BewusstSein immer wieder auf
das Göttliche richten.
Viele sondern sich von ihrem Umfeld
ab und suchen Frieden in der Stille.
Das AllEinSein im göttlichen BewusstSein
ist noch der einfachste Weg, weil
wir dann nur mit unseren eigenen Wellen
konfrontiert sind. Die wahre
Meisterschaft erlangen wir jedoch
erst dann, wenn wir dieses BewusstSein
im täglichen Leben unter Beweis stellen.
Wer dies hier auf der Erde schafft, so
wie Christus und andere es vorgelebt
haben, der wird Gott ganz
sicher wieder finden.
Weil Gott uns den freien Willen
gegeben hat und uns liebt, zwingt er
uns das Bewusstsein der Einheit nicht auf.
Dennoch ist dies sein Wille und sein
Wunsch für uns. Die Erfahrungen, die wir
als Wesen in der materiellen Welt
machen, geben uns die Chance der
SelbstErkenntnis. Dadurch können
wir uns wieder in den Schöpfungsplan
einfügen. Das geht am besten über
den Weg der bedingungslosen Liebe,
der Liebe ohne Bedingungen.
Entscheide Dich stets für die Liebe!
Wenn Du Dich ein für allemal dafür
entschlossen hast, wirst Du die ganze
Welt hinter dir lassen. Die dienende
Liebe ist eine unglaubliche Kraft.
Sie ist die allergrößte Kraft, und
ihresgleichen gibt es nicht.
Fjodor M. Dostojewski
Die Analogie mit der Wasseroberfläche
ist sicher nicht 1:1 auf die Realität übertragbar.
Sie bietet dennoch ein schöne
SichtWeise auf viele Lebensfragen:
Was ist Realität?
Was ist der Sinn des Lebens?
Wo kommen wir her?
Wo gehen wir hin?
Wie komm ich nur hier raus?
Wie kann Gott das nur zulassen?
Warum kann ich hier das Glück nicht finden,
das meine Seele im tiefsten Herzen noch kennt?
Aus dem Erklärungsmodell können wir auch
ableiten, dass Vergebung, Nächstenliebe,
Frieden und ähnliche Dinge durchaus Sinn machen.
Vielleicht hilft es ja dem einen oder anderen
beim Überwinden der Illusion.